Was ich sage UND was du hörst.

Schon Paul Watzlawick sagt: "Man kann nicht nicht kommunizieren." Gemeint ist damit, dass Kommunikation viel mehr ist, als nur Informationsaustausch.

Wenn wir mit unseren Mitmenschen sprechen, schwingt sehr viel auf der nonverbalen Ebene mit. Gibt es doch das Sprichwort: "Es kommt nicht darauf an was man sagt, sondern wie man es sagt." 

 

Nehmen wir uns ein einfaches Beispiel zur Hand und belichten wir unsere Art der Kommunikation nach dem Modell von Schulz von Thun.

 

Die Situation: Herr und Frau Mustermann sitzen gemeinsam im Auto. Die Frau fährt und steht vor einer roten Ampel. Die Ampel schaltet auf grün um. 

 

Herr Mustermann sagt: „Die Ampel ist grün.“

 

Die Frau antwortet: „Herrgott, ich sehe selbst, das die Ampel grün ist. Immer nörgelst du.“

 

 

Was ist passiert?

 

Der Mann als „Sender“ der Nachricht informiert seine Frau im „Selbstoffenbarungsaspekt“ über die grüne Ampel. Der Satz selbst ist simpel. Doch in der Stimme schwingt ein Hauch von Ungeduld mit und der Mann verändert dabei seine Sitzposition. (Vielleicht hat er es eilig, weil er zu Hause noch etwas erledigen möchte oder weil er einfach nur auf die Toilette muss. Anstatt diese Information jedoch weiterzugeben, bleibt er bei dem einen sachlichen Satz inkl. Unterton). 

 

Die Frau hört ihn als „Empfänger“ mit dem „Beziehungs-Ohr.“

(Vielleicht gab es in ihrer Beziehung schon einmal Unstimmigkeiten hinsichtlich ihrer Fahrgewohnheiten. Die Frau hat diese als negativ abgespeichert und ihr Empfängerohr ist deshalb, wenn es ums Auto fahren geht, groß und empfindlich. Sobald sie die Nachricht gehört hat, kommen bei ihr Emotionen hoch und sie antwortet aus der Emotion.)

 

Doch es geht noch weiter:

 

Nun hört Herr Mustermann die Antwort seiner Gattin mit seinem „Beziehungs-Ohr“. Das heißt, es kommen auch bei ihm Emotionen hinzu. Er denkt sich: „Was ist los mit ihr? Wie redet sie mit mir?“

 

Der Mann antwortet: „Na, dann fahr doch endlich!“ (er kontert im Appelaspekt)

 

Frau Mustermann hört die Aufforderung. Aber vielmehr noch hört sie den leicht gereizten Unterton in seiner Stimme…….

 

Hand aufs Herz. Wer von uns kennt nicht solche oder ähnliche Situationen, in der Partnerschaft, mit den Eltern, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen usw. ;-))

 

Wir können heikle Situationen entschärfen, wenn wir uns selbst hinterfragen.

 

Wie habe ich meine Botschaft gesendet?

Mit welchem Ohr wurde meine Nachricht empfangen?

 

Wenn wir uns mitteilen, leben wir in der Grundannahme, dass der Andere uns genau so versteht, wie wir es meinen. Leider ist das aber viel öfter nicht so, wie wir es glauben.  Kommunikation ist viel mehr als nur Sprache. Es sind die Stimme, die Blicke und die Gesten, die den Großteil unserer zwischenmenschlichen Gespräche beeinflussen und deren Ausgang bestimmen. Nach Schulz von Thun ist alles was wir sagen in Codes verpackt. 

 

Selbstreflexion und Kommunikationstraining können dabei helfen die Codes zu knacken und verständlicher zu machen. Sowohl in der Position des Senders als auch des Empfängers. 

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